Abfall der Fürstenfamilie – Kapitel 7 – Sie trafen sich (4)

Choi Han lehnte sich nicht mehr gegen Wand und drückte seinen Körper hoch.

Sein Körper war nach links geneigt, wahrscheinlich weil sein rechter Knöchel verstaucht war und sich unangenehm anfühlte, aber Cale half ihm nicht und sagte auch nichts dazu. Es gab keinen Grund netter zu sein als er es bereits schon war.

Cale deutete Choi Han,ihm zu folgen, während er sich auf dem Weg zum Anwesen des Fürstens machte. Aber, eine Existenz blockte seinen Weg.

Meeeeeeeeeow.

Das Kätzchen mit dem roten Fell und den goldenen Augen rannte auf Cale zu und rieb seine Backen an Cales Schuhen. Cale runzelte seine Stirn. Er mochte keine Katzen, aber dieses Kätzchen sah ziemlich niedlich aus. Er konnte auf einmal fühlen, wie eine Gänsehaut sich über seinen ganzen Körper zog und drehte sich um. Choi Han starrte ihn an.

‘Verdammt.’

Cale begann unbeholfen das Kätzchen zu streicheln.

“Es sieht so aus, als würde es mich mögen. Aber ich muss gehen. Wir sehen uns das nächste Mal.”

Cale hat es nie verstanden, warum Leute mit Tieren redeten. Aber nun wurde er zu so einer Person. Er stand schnell auf kehrte dem Kätzchen seinem Rücken zu.

Knuuuuuurrrrrrr.

Das Kätzchen mit dem silbernem Fell knurrte, als würde es dem roten Kätzchen andeuten wollen, dass es zurückkommen solle während es Cale andeutete, dass er verschwinden solle. Cale drehte sich aber nicht um.

Meow, meeeeeoooooow.

Das traurige Geheul der Kätzchen entfernten sich immer weiter. Cale spähte hinter sich. Choi Han humpelte, konnte aber noch mit ihm mithalten.

Sie machten noch einmal Augenkontakt. Cale zuckte und drehte seinen Kopf schnell wieder nach vorne. Er ging langsamer, damit Choi Han leichter mithalten konnte.

Sie gingen an der Wohngegend vorbei und Cale nahm einen weiteren Schluck vom Alkohol.

Die Bars. Der Markt. Die Plaza. Sie gingen an den Residenzen der Wohlhabenden vorbei und kamen endlich am Anwesen des Fürstens an, welcher sich auf der Rückseite der Stadt befand.

“Was machst du?”

Cale sah zu Choi Han, welcher sich nicht mehr bewegte. Choi Han muss wohl gesehen haben wie die Soldaten Cale grüßten und wie die Bewohner ihn auf dem Weg zurück meideten.

Choi Han fragte sich bestimmt, ob es wirklich einfach für ihn wäre, Cale zu töten.

Cale fragte noch einmal.

“Willst du nicht kommen?”

Wie erwartet, begann Choi Han wieder zu laufen. Sein Grund, warum er Cale gerade folgte, war wahrscheinlich um etwas Information zu bekommen und eine Beerdigung für die Dorfbewohner von Harris halten zu können.

“J,junger Herr?”

Sobald Cale am Haupteingang stand, stolperten die Wächter und Ritter über ihre eigenen Wörter während sie ihn begrüßten.

‘Seufz. Ich wünschte sie würden mit dem j,junger Herr Zeug stoppen.’

Es war seltsam zu hören wie sie jedesmal über ihre eigenen Wörter taumelten. Seit er den Körper eines Abfalles bessessen hatte, gab er sich die größte Mühe, sich auch wie einen zu benehmen. Es war einfacher ein wertloser junger Herr zu sein, als ein ehrenvoller junger Herr. Er versuchte dieses Leben so einfach wie möglich zu gestalten. Cale runzelte seine Stirn bei den stottern der Wächter während diese schnell das Tor öffneten.

“Bitte gehen Sie rein.”

Cale drehte sich um, um Choi Han anzusehen. Der Rest schaute auch auf Choi Han. Sie waren wahrscheinlich neugierig über den Bettler, welcher ihren junger Herr bis hier verfolgte. Die Ritter observierten Choi Han mit Verdacht in deren Augen.

“Folg mir.”

Choi Han sollte inzwischen Cales Status herausgefunden haben. Er humpelte immer noch, während er auf Cale zuging. Cale sah ruhig aus und drehte sich um, sobald er sah, dass Choi Han hinter ihm war und trat durch das Tor.

Aber sein Herz schlug wie verrückt.

‘Ich bin mir sicher, dass er darüber nachdenkt mich als Geisel zu nehmen falls etwas gefährliches passiert. Das war wahrscheinlich auch der Grund warum er direkt hinter mir stand.’

Er war sich sicher, dass Choi Han ihn nicht umbringen würde. Aber allein der Gedanke, als Geisel genommen zu werden führte zu so einer enormen psychischen Belastung, dass Cale seine Stirn runzelte als er die zwei Ritter sah, die ihm folgten.

“Folgt mir nicht.”

Die Ritter zuckten über Cales klaren Befehl. Sie schauten zwischen Cale und Choi Han hin und her, bevor ein Ritter auf Choi Han und Cale mit einem steifen Ausdruck zuging.

Die Ritter kümmerten sich mehr um ihr Glaubensbekenntnis als alles andere. Es passte zu den Rittern die von Deruth wertgeschätzt waren.

‘Gut, ich denke so sollte man sich auch benehmen, um gute Ritter zu sein.’

Cale war zufrieden mit der Antwort des Ritters zu diesem Ausländer, der einem Bettler ähnelte. Er führte Choi Han zum Eingang des Anwesens.

“Junger Herr, Sie sind zurück.”

“…Ja, Ron.”

Dieser unheimlicher alter Mann. Er hat außerhalb der Tür auf Cale gewartet. Cale hat echt nicht erwartet, dass er wirklich auf ihn warten würde. Cale hatte Angst, aber dachte, dass es in Wirklichkeit sogar besser für ihn war.

Rons Blick widmete sich Choi Han und sein gutartiges Lächeln verhärtete sich auf einmal.

‘Ron sollte auf einem Level sein, wo er Choi Hans Stärke abschätzen kann.’

Choi Han starrte zurück auf Ron. Cale interessierte sich nicht für die Attacken die diese zwei gerade durch ihre Augen sendeten und tat was er tun musste. Er war noch nicht fertig.

“Folg mir.”

Cale rief noch einmal nach Choi Han und begann zu gehen. Der Bediensteter, Ron, folgte Cale rasch.

“Junger Herr, was ist los? Ich werde mich um diesen Gast kümmern, wenn Sie mir sagen was ich tun soll.”

“Kein Bedarf.”

Jemand anderes ging auf Cale zu während Ron sprach.

“Junger Herr. Sie kamen zurück nachdem sie heute trinken waren.”

Es war der stellvertretende Butler Hans.

‘Ah, er war für mich verantwortlich.’

Cale klickte seine Zunge und ignorierte Hans Aussage. Stattdessen hebte er die Flasche Alkohol und zeigte sie zu Hans. Es war in diesem Moment.

“Aaack.!”

Hans bedeckte sein Gesicht mit beiden Armen und kugelte sich zusammen. Stille füllte den Raum.

“Tsk.”

Cale klickte seine Zunge und Hans sah, mit einem hochroten Gesicht voller Verlegenheit, Cale an.

“Beseitige es.”
“Jawohl.”

Hans nahm die Flasche von Cale mit einem blanken Gesichtsausdruck ab.

“Ich werde es das nächste Mal wirklich auf dich werfen.”

Hans Gesicht wurde bleich bei Cales Worten. Cale juckte dies anscheinend kein bisschen, da er weiterging. Mit der Aufnahme von Hans, waren es nun insgesamt vier Personen, die ihm gerade folgten. Cale spähte immer wieder hinter sich, um sicher zu gehen, dass sie ihm auch folgte und kam an seinem Zielort an.

Küche #2. Cale drückte die Tür auf nachdem er das Schild laß.

“Junger Herr?”

Er konnte die verblüffte Stimme von Hans hinter sich hören. Aber ein fettes Lächeln verzierte Cales Gesicht. Das Ende war nah.

Jetzt würden sich Beacrox und Choi Han treffen. Cales Herz schlug schnell. Die Tür öffnete sich mit Leichtigkeit. Cales Gesichtsausdruck erstarrte, als er die Szene vor sich sah.

Klang. Klang.

Der zweite Koch Beacrox lächelte während er seine Klinge schärfte. Er schien sich zu amüsieren während er seine Klinge ganz alleine in Küche #2 schärfte. Aber das Lächeln verschwand sobald er Cale sah.

Das war warum Cale Angst hatte. Es war immer unheimlich, mit Wahnsinnigen umzugehen, denn man weiß nie, was ein Wahnsinniger machen wird.

Cale bewegte sich bevor Beacrox reagieren konnte. Er legte eine Hand auf Choi Hans Schulter und zeigte auf ihn.

“Gib ihm etwas zu essen.”

“Entschuldigung?”

Beacrox fragte mit einem starren Gesichtsausdruck. Die scharfe Klinge in seiner Hand war am scheinen, da es das Licht reflektierte. Cale beruhigte sein zitterndes Herz und während er sich wiederholte.

“Gib ihm etwas zu essen. Er ist hungrig.”

Ho. Der Ritter hinter ihm ließ einen schockierten Laut von sich, aber Cale hatte im Moment keine Zeit dem seine Aufmerksamkeit zu widmen. Er wartete mit Besorgnis auf Beacroxs Antwort. Beacrox antwortete endlich mit einem starren Ausdruck auf seinem Gesicht.

“Ich werde es so tun wie Sie es angewiesen haben, junger Herr.”

Es war erledigt.

Beacrox und Choi Han. Und sogar Ron, jemanden den er nicht erwartet hatte. Alle drei waren nun miteinander verbunden.

Ein breites Lächeln formte sich auf Cales Gesicht. Er konnte sich endlich entspannen, nachdem er Beacrox einen anderen Befehl mit einer leicht höheren Stimme gab.

“Bereite auch etwas für mich vor. Ich bin hungrig.”

Cale dachte über das Steak nach, dass er gestern zum Abendessen hatte.

“Dein Steak gestern war das beste. Du bist ein großartiger Koch.”

Die Spitze von Beacroxs Messer schütterte leicht.

“Etwas wie das Steak wäre eine wundervolle Mahlzeit. Bereite es schnell zu.”

Cale drehte sich um, ohne auf Beacroxs Antwort zu warten. Er verließ darauf die Küche und machte sich auf den Weg in seine Gemächer. Der Ritter und Hans folgten ihm und Hans fragte zügig.

“Was soll ich mit dem Gast machen?”

“Ich vermute er ist mein Gast. Du kümmerst dich darum.”

Seit er die drei miteinander verbunden hatte, wollte er sich über nichts weiteres heute kümmern.

Beacrox und Ron sollten Choi Hans Stärke sehen können. Im Roman schwört Beacrox seine Loyalität zu Choi Han wegen dessen Stärke, deswegen sollte er auch diesmal seine Loyalität schwören, wenn er Choi Hans Stärke rausgefunden hat. Natürlich hatte Cale auch noch andere Pläne, falls Beacrox nicht in der Lage war, Choi Hans Stärke genau zu bestimmen.

Alles was Cale tun musste, war dafür zu sorgen, dass Choi Han jemanden oder etwas verprügelte, was nicht er selbst war. Oh, und Beacrox musste vor Ort sein um es sehen zu können-

Auch wenn es vielleicht ein paar Lücken haben könnte, dachte Cale über eine Menge verschiedene Dinge nach.

“Hans. Nerv mich nicht und bring einfach meine Mahlzeit in mein Zimmer, wenn es so weit ist.”

Wie erwartet, ist ihm Ron nicht gefolgt. Cale ließ den Ritter und Hans draußen vor seinem Zimmer während er selbst die Tür schloss und sich auf sein Bett legte. Er war glücklich. Seine Erschöpfung und der Alkohol ließ ihn schneller einschlafen bevor das Essen überhaupt gebracht wurde.

Das war warum er nicht wusste, dass Beacroxs Kochmesser in Richtung Choi Hans Hals schlitze und Rons scharfer Dolch in Richtung Choi Hans Herz gefeuert wurde. Natürlich scheiterten beide Attacken.

Naja, das war eine Situation, über welche niemand, außer den drei involvierten Individuen bescheid wussten.

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